Chewra Kaddischa

Die Verpflichtung zur Beerdigung wird von G’tt gegeben. (Buch Devarim – Rückschau [Deuteronomium] 21,23 und Talmud Bavli Traktat Sehnedrin).

Jeder, der sich mit dem Tod beschäftigt, muss wissen, dass er sich mit einer heiligen Sache beschäftigt die ähnlich der Tora Rolle ist (Talmud Bavli Traktat Brachot 18). Ramban (Nachmanides) hat geschrieben, dass die Seele im Körper wie das Erinnern an Namen in der Tora ist. (Talmud Bavli, Moed katan, 25).

Deshalb, obwohl der Mensch verstorben ist, ist der Körper heilig. Die Beschäftigung mit dem Toten verlangt einen ehrfürchtigen Umgang ähnlich wie mit einer nicht mehr zum Gebrauch bestimmten Tora. Mit beiden muss man ehrfürchtig und umsichtig umgehen.

Ein Friedhof wird auch mit dem Namen „das Haus, wo alles Lebende sich trifft“(Hiob 30,23), „ewiges Haus“ (Prediger Salomons 12,8) sowie „das Hause des Lebens“ betitelt. Die Vielzahl von Namen für den Friedhof beweist die große Bedeutung dieses Ortes in der jüdischen Wahrnehmung. So wie im Buch Bereschit – Anfänge [Genesis] steht (3,19) „vom Staub kommen zum Staub geworden“. Der Ort muss es wert sein, den „heiligen“ Körper zu empfangen.

Dementsprechend bekommt der Friedhof die gleiche Heiligkeit und Ehre wie die Synagoge. Unsere Weisen legten das Verbot des Genusses und der Leichtfertigkeit im Bezug auf einen Friedhof und einer Synagoge fest. Daher gibt es weder Essen, noch Arbeitsverrichtung (die nichts mit dem Toten zu tun hat). Man darf die Wiese schneiden, muss das Schnittgut danach jedoch verbrennen. Hinzukommt, dass man den Ort nur mit angemessener Kleidung und Kopfbedeckung betritt. Rund um den Friedhof gibt es viele Halachot [Gesetze] (hier sind nur einige Beispiele genannt), die ein Besucher des Friedhofes wissen sollte bevor er den Ort betritt. Aus diesem Grund ist die Chewra Kaddischa (Die Heilige Gemeinschaft) entstanden, eine Gruppe von Menschen, die sich mit den Halachot rund um den Friedhof und den Toten auskennen und dementsprechend handeln. Chewra Kaddischa – kadosch (Heilig) eine Bezeichnung, die keiner anderen Gruppe zu Teil wurde. Warum bekam diese Gruppe den besonderen Beinamen? Diese Gruppe macht eine wahre Wohltätigkeit! Woher kann man diesen Ausdruck der wahren Wohltätigkeit lernen? Aus dem Befehl von Jakob an Josef im Buch Bereschit –Anfänge [Genesis] steht (47,29). Und was ist die wahre Wohltätigkeit? Raschi (Rabbi Schlomo ben Jizchak) sagt dazu: Wohltätigkeit die man einem Toten zukommen lässt ist die wahre Wohltätigkeit, denn man erwartet keine Gegenleistung.

Die früheste Beschreibung einer Chewra Kaddischa befindet sich im Talmud: Raw Hamnuna befand sich im Süden als er gehört hat, dass man Schofar bläst, wenn jemand gestorben ist aber gleichzeitig die Menschen um ihn herum ihrer Arbeit ohne Pause nachgingen. Er sagte ihnen: Anscheinend sind diese Menschen Ausgestoßene! Da die halachot besagt, dass man seine Arbeit niederlegen muss, um sich um den Toten zu kümmern. Sie antworteten ihm: es gibt Chewra Kaddischa in der Stadt. Er sagte ihnen: Wenn das so ist, dürft ihr weiter arbeiten.

In allen Generationen sahen die Juden eine große Ehre für sich an der Mitzwa der Totenpflege und die Erhaltung ihrer Ehre teilzuhaben. Dies kommt besonders gut bei folgenden Midrasch heraus: „Wer weisen Herzens, nimmt Gebote an“ (Mischlej – Sprüche 10,8) – dies ist Mosche. Zu der Zeit wo ganz Israel das Gold und Silber aus Ägypten heraus brachte, brachte Mosche Rabbejnu den Sarg mit Josefs Überreste heraus. Sagte, dass der Heilige gesegnet sei: eine große Wohltätigkeit hast du gemacht, deshalb werde ich mich um deine Beerdigung kümmern, wie es geschrieben steht: … und man begrub ihn im Tal (Buch Devarim – Rückschau [Deuteronomium] 34,6).

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