Auf dem Rabbinertisch

Purim

Normaler Weise vergleicht man  Purim mit Chanukka- in der Zeit von Chanukka  verteidigen Juden ihre geistliche Freiheit , Purim – körperliche, bzw. physische Existenz. Noch eine kleine Hinweis – die beide Chagim (die Feiertagen) gehören zu einer anderen Kategorie – die Chagim, die nicht in Tora stehen.

Ich möchte gerne, dass wir uns einen anderen Aspekt anschauen – wo war der Ewige die ganze Zeit?

Wir hören über die juden die im Name des Ewige kämpfen, aber seine Stimme hören wir nicht- erst nachdem, nach den Ergebnissen sagen wir, dass ohne ihn das Ergebnis anderes gewesen wäre.

Die Tora erzählen uns über Wunder, die passierten- die Geschichte unserer Vorväter- eine sehr alte Sara, die Izchak das Leben schenkt, der Auszug der Juden aus Ägypten, 40 Jahren in der Wüste. Der Ewige spielt eine sehr zentrale Rolle in der Entwicklung. Nur im Midrasch (Erzählungen) finden wir  zum Beispiel heraus, dass bei der Teilung des Meers (der Ausgang die Juden aus Ägypten) einige Leute sehr aktiv involviert waren, nicht nur Moses, sondern auch Nachschom ben Aminadav- er ist ins Wasser gesprungen und nur dann hat sich das Wasser gespalten. Das Gegenteil zu Purim. In der Magila treffen wir keine Erwähnung des Ewigen. Nur über die Midrasch lernen wir, wie stark er hat dabei war. 

Was sollen wir daraus lernen- obwohl wir den Ewigen nicht so deutlich erkennen, können wir sicher sein, dass er uns nicht vergessen hat. Der Ewige ist da- nur wartet auf unseren ersten Schritt- wie in den Sprüchen der Väter steht – „Wenn ich nicht dann wer?“

Der Grußwort zu Rosch HaSchana 5775

Der Talmud erzählt von den Chanukka Ereignissen, darüber dass die Hasmonäer beschlossen haben, dass dies „gute Tage für die nachfolgenden Generationen“ sein sollen. Und sie sagten: „Das folgende Jahr wurde zu „guten Tagen“ bestimmt und festgelegt mit Lob und Dank“ (Talmud Schabbat 21).
Warum wurde „im folgenden Jahr“ geschrieben? Viel natürlicher wäre es doch gewesen, dass mit dem Sieg gemeinsam im gleichen Jahr festzulegen. Aber die Weisen mit ihrer enormen geistigen Größe warteten auf das folgende Jahr, um zu sehen, ob in diesen Tagen im folgenden Jahr, die gleiche spezielle spirituelle Erleuchtung ist, wie es während des Chanukka Wunders war.
Der erste Mensch sündigte und aß vom Baum der Erkenntnis und Haschem richtete ihn mit Wohlwollen. Dies geschah am 1. Tischrej und seitdem genau an diesem Datum – Rosch HaSchana – sitzt Haschem über jeden Menschen zu Gericht und richtet ihn mit Wohlwollen.
Mit anderen Worten kehrt das spirituelle Licht, dass auf der Erde war zur Zeit des Auszugs aus Ägypten, an Pessach zurück und durch die besonderen Taten an Pessach – Mazza essen, 4 Gläser etc. – die wir tun, ziehen wir die besondere Stimmung dieser Zeit auf uns zurück. So geschieht es an jedem Feiertag im jüdischen Kalender. Die Zeit ähnelt eigentlich einer Spirale als einem Rad, denn wenn in jedem Jahr die Zeit der Feiertage kommt, ähnelt sie nie dem vorherigen Jahr. In jedem Jahr erleben wir die Feiertage auf unterschiedliche Art und Weise. Ein Kind erlebt Rosch HaSchana anders als er es im erwachsenden Alter erlebt. In seiner Kindheit kann er von den Klängen des Schofars berührt sein und den Geschmack des Apfels mit Honig genießen. Wenn dieses Kind Erwachsener wird kann die Gerührtheit vom Schofar eine andere Stufe erreicht haben und somit auch das Level und die Intensität der Tschuwa – der Rückkehr auf den „richtigen“ Weg.

So baut sich der Mensch Jahr um Jahr auf, vervollständigt und verbessert Teile seines Glaubens an jedem Feiertag. Der Mensch erbaut sich mit der Zeit – jedoch nur wenn er weiß, wie er es aus den Feiertagen heraus holen kann.

 

Monatsplan

  • 21. August 2017 10:00Soz. Abteilung, Sprechstunden Eduard Tschernin oder Galina Vinokur; Pause: 12:30-13:30
  • 21. August 2017 12:00Buchhaltung - Kassenstunden
  • 25. August 2017 18:30Kabbalath Schabbath; Beginn - nach Jüdischem Kalender
  • 26. August 2017 9:30Schabbath G'ttesdienst
AEC v1.0.4

Jüdischer Kalender

Heute: 29. Aw 5777