Bericht der Revisionskommission

Finanz- und Haushaltsprüfung der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) für den Zeitraum 01.01.2017-31.12.2017

Die Prüfung wurde von der am 18.12.2016 gewählten Revisionskommission durchgeführt. Besetzung der Kommission: Frau O. Brun, Herr A. Ronis, Frau N. Pashuk. In ihrer Arbeit wurde die Kommission von der Gemeindesatzung geleitet.

Über das Unterschriftsrecht für Finanzdokumente verfügten im Überprüfungszeitraum:

– der Vorsitzende der Gemeinde M. Privorozki (oder Stellvertreter V. Chifrine)

– der Gemeindekämmerer Y. Zalmover (oder Stellvertreter M. Privorozki)

– die Buchhalterin G. Vinokur (ab Mai 2017 – A. Karpilowski und K. Mettendorf).

Die Revisionskommission nahm Einsicht in die Protokolle der Sitzungen des Repräsentantenausschusses und des Vorstandes.

Die Finanz- und Haushaltsprüfung der Gemeinde wurde nach folgender Einteilung durchgeführt:

  • Finanzierungsquellen für die Tätigkeit der Gemeinde, Haushaltsplan und dessen Erfüllung
  • Bank- und Kassenbewegungen, buchhalterische Dokumentation, Jahresbilanz für 2017
  • Stellenplan
  • Wirtschaftsprüfungsbericht für das Jahr 2017 der Fa. Dr. Dieterichs WP mbH aus Bremen
  • Immobilien und Ausgaben für Unterhaltung und Reparatur der Objekte
  • Anzahl der Gemeindemitglieder und Mitgliederbeiträge und deren Berücksichtigung

Durch die Prüfung wurde festgestellt:

Der Haushaltsplan mit Einnahmen und Ausgaben für 2017 wurde vom Vorstand ausgearbeitet (Herr Privorozki, Herr Chifrine, Herr Zalmover). Der Haushaltsplan ist von der Repräsentantenversammlung am 19.01.2017 bestätigt worden (2. Sitzung des Repräsentantenausschusses). Der Haushaltsplan wurde unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Haushalts in der 5. Sitzung (10.09.2017) des Repräsentantenausschusses korrigiert. Im Haushaltsplan sind planmäßige Zuwendungen von staatlichen Einrichtungen sowie eigene Einkünfte der Gemeinde berücksichtigt. Die Aktivitäten der Gemeinde wurden in Übereinstimmung mit dem Haushaltsplan finanziert. Der Zweck der Mittelverwendung ist im Haushaltsplan definiert. Auf Basis des Haushaltsplans arbeitete der Vorstand monatlich einen Plan konkreter Veranstaltungen und Maßnahmen aus, mit denen die religiöse, soziale, kulturelle und integrative Tätigkeit der Gemeinde gewährleistet wurde.

Die Termine der Veranstaltungen können eingesehen werden – sie werden regelmäßig im Gemeindemagazin des Bundes traditioneller Juden in Deutschland veröffentlicht und auf der Homepage der Gemeinde angezeigt.

Im Jahr 2017 betrugen die Zuwendungen und Einkünfte 569.300 €, davon:

-Finanzierung entsprechend dem Staatsvertrag, einschl. Zuschuss des Landesverbandes für die Religionstätigkeit                                                                                           452.100 €

-Aus Vermietung der Immobilien                                                                     97.400 €

-Mitgliederbeiträgen                                                                                          6.800 €

-Spenden                                                                                                             800 €

-weitere Einkünfte                                                                                           12.200 €

 

Die Ausgaben der Jüdischen Gemeinde zu Halle betrugen im Jahr 2017 576.500 €, davon, als Beispiele:

für Unterhaltung, Instandsetzung und Reparatur

von Immobilien, einschl. Wasser/Strom/Gas,

Versicherungen und alle Abgaben                                                               143.900 €

für den Erwerb von Inventar und Arbeitsmittel,                                                5.500 €      

für juristischen Beistand, Wirtschaftsprüfung,                                            

Kontoführung, Buchführung etc.                                                                     27.100 €

Daher betrug der jährliche Defizit 7.200 €. Davon sind 2.300 € – Überschuss Landesmittel (wurde für die Instandhaltung der Kultusobjekte übertragen) und 9.500 € – Defizit Eigenmittel (wurde aus der Rücklage Eigenmittel entnommen).

Die Rückzahlung des Darlehens für die Sanierung der Objekte in der Großen Märkerstraße 13 nach 5 Jahren wurde vollständig abgeschlossen. Es wurde im Jahr 2017 insgesamt 35.500 € zurückgezahlt. Das Darlehen ist somit vollständig beglichen.

Die Ausgaben betrugen entsprechen der Hauptrichtungen der Tätigkeiten im Jahr 2017:

Öffentlichkeitsarbeit                                                    47.500 € oder   8,2% (8,1% – 2016)

religiöse Arbeit                                                           201.100 € oder 34,9% (32,3% – 2016)

Kinder- und Jugendarbeit                                          128.800 € oder 22,3% (25,0% – 2016)

Seniorenarbeit                                                             70.800 € oder 12,3% (13,5% – 2016)

Soziale Betreuung                                                       45.100 € oder   7,8% (7,7% – 2016)

Verwaltungsausgaben                                                 83.200 € oder 14,4% (13,4% – 2016)

Die Berechnung erfolgt nach einem vom Wirtschaftsprüfer vorgeschlagenen Schema.

Die Kommission führte eine vollständige Prüfung aller Eingangs- und Ausgangsbewegungen durch die Banken und Kassen durch und prüfte die Ausgabebelege für den Erwerb von Verbrauchsmaterialien, Lebensmitteln u.s.w. Jede Bank- oder Kassenbewegung verfügt über eine Bestätigung in den Unterlagen, die Schlussfolgerungen über das Ziel der Mittelverwendung zulässt. Kassen- und Bankabrechnungen werden monatlich erstellt. Die Einnahmen- und Ausgabennachweise sind vom Vorsitzenden der Gemeinde, dem Kämmerer und der Buchhalterin unterschrieben.

Die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen, Verkauf von koscheren Lebensmitteln (Matza, Wein), Eintrittskarten, Teilnehmergebühren für PC-Kurs, Zuzahlungen für Ausflüge und Ferienlager und andere Veranstaltungen werden gebucht.

Der Restbestand in den Kassen betrug zum 01.01.20182.524,31 €, auf allen Bankkonten 411.656,17 €.

Der Jüdischen Gemeinde Halle standen noch die Nachzahlungen vom Landeszuschuss aus den Haushaltsjahren 2006, 2007, 2008, 2011 zu. Die endgültige Mittelverteilung angesichts laufender Gerichtsprozesse gegen die Synagogengemeinde Halle, e.V., war bis jetzt nicht möglich.     

Die Jahresbilanz wurde von der Firma Fuchs & Partner GmbH erstellt.    

In Übereinstimmung mit der Satzung bestand am 31.12.2017 auf Kosten der Gemeinde ein Personalapparat mit 3,5 Vollzeit- bzw. Teilzeitstellen:

Verwaltungsleiter                                                                              1,0 Stelle                    

Mitarbeiterin Verwaltung                                                                   1,0 Stelle

IT-Service                                                                                          0,5 Stelle

Mitarbeiter Verwaltung                                                                      0,5 Stelle

Gabbaj und Mitarbeiter                                                                     0,5 Stelle

Die Besetzung der o. g. Stellen erfolgte auf Grund der existierenden Arbeitsverträge.

Bestimmte Tätigkeitsbereiche wurden von Gemeindemitgliedern ehrenamtlich übernommen. Laut abgeschlossenen Vereinbarungen erhielten die Ehrenamtlichen dafür die Aufwandentschädigungen bzw. die Erstattungen der dienstlichen Ausgaben. Einzelne Aufgaben erfüllten das geringfügige Beschäftigen. Bei diesen Mitarbeitern überschreitet das Arbeitsentgelt nicht eine bestimmte Grenze (z. Z. 450 €) oder die Beschäftigungsverhältnisse nur kurz andauern. 

Drei Mitarbeiter des Landesverbands – Frau XXX, Frau YYY und Herr ZZZ – sind für die Gemeinde Halle tätig. Seit 2006 gibt es dafür eine Vereinbarung zwischen den beiden Körperschaften. Die Zuzahlung der Gemeinde für diese Stellen betrug 8.226,36 €.

Der Buchwert der Immobilien der Gemeinde betrug zum 31.12.2017 748.533,60 €. Der unbefriedigende Zustand des Gebäudes auf dem zurzeit genutzten Friedhof Dessauer Str. 24, blieb bestehen. Die Instandsetzungsmaßnahmen zur Sicherung des Daches und des Dachstuhls anfingen im Jahre 2018.  Die Häuser in der Großen Märkerstraße und in der Humboldtstraße befinden sich in normalem Zustand. Im 2017 wurden die Arbeiten im Bürohaus Große Märkerstr.13 fortgesetzt. Außerdem wurden Sanierungsarbeiten auf dem alten Friedhof in der Humboldtstraße fortgesetzt. Die Sanierung des Hauses Wilhelm-Külz-Straße 22 wurde im Jahre 2017 gestartet und im Januar 2018 abgeschlossen. Im Jahr 2017 kostete diese Maßnahme insgesamt 86.073,73 €. Insgesamt investierte hier die Gemeinde ca. 125 tausend Euro.  

Bei Bedarf werden aktuell anfallende Reparaturarbeiten sowie Pflegearbeiten auf den Friedhofsgeländen durchgeführt. Einige Arbeiten auf den Friedhofsgeländen wurden aus den Mitteln des Ministeriums des Inneren finanziert.

Zum 31. Dezember 2017 führte die Kommission eine Inventur in allen dienstlichen Räumen der Gemeinde durch. Der Bestand stimmt mit der Inventurliste überein.

Zum 1 Dezember 2018 betrug die Zahl der Gemeindemitglieder 559 Personen, von denen 88 Personen aufgrund ihres Alters von der Beitragszahlung befreit sind (Kinder, Junge Studenten). 103 Gemeindemitglieder zahlen seit einem Jahr oder länger keine Mitgliederbeiträge. 368 Personen zahlten die Mitgliederbeiträge. Die Mitgliederliste wird in Übereinstimmung mit der Gemeindesatzung in elektronischer Form geführt (Satzung §2 (5)).

Bei der Analyse der Erfüllung des Haushaltsplans für den betrachteten Zeitraum gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass der Repräsentantenausschuss und der Vorstand bei der Verwaltung des Gemeindebesitzes und der Organisation der jeweils anstehenden Arbeit das Prinzip der Sparsamkeit bei den Ausgaben beachten. Die Buchführung ermöglicht alle Bank- und Kassenbewegungen zu kontrollieren. Für die Mitgliederbeiträge wird ein Verzeichnis geführt.

Die Kommission schlägt vor die Archivunterlagen zu ordnen und nicht mehr notwendige Dokumente ordentlich zu entsorgen. Die Räumlichkeiten in der Dachetage sowie im Keller des Gemeindezentrums in der Großen Märkerstraße 13 können für die andere Zwecke genutzt werden.

Die Kommission schlägt der Mitgliederversammlung vor, die Arbeit des Repräsentantenausschusses und des Vorstandes fürs Jahr 2017 als zufriedenstellend (im Sinne von § 6 Abs. 1 (6) der Hauptsatzung – Entlastung des Vorstandes) zu bewerten.

Monatsplan

  • 20. November 2019 9:00Sprechstunden Soz. Referat; Pause 13.30 bis 15.00
  • 20. November 2019 13:30Deutsch für Senioren, Gruppe 2
  • 22. November 2019Kabbalath Schabbath; Beginn - nach Jüdischem Kalender
  • 23. November 2019 9:30Schabbath G'ttesdienst
AEC v1.0.4