Bericht der Revisionskommission

Finanz- und Haushaltsprüfung der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale) für den Zeitraum 01.01.2013-31.12.2013

Die Prüfung wurde von der am 24.11.2013 gewählten Revisionskommission durchgeführt. Besetzung der Kommission: Frau O. Brun, Herr A. Ronis, Frau N. Pashuk. In ihrer Arbeit wurde die Kommission von der Gemeindesatzung geleitet.

Über das Unterschriftsrecht für Finanzdokumente verfügten im Überprüfungszeitraum:

– der Vorsitzende der Gemeinde M. Privorozki (oder Stellvertreter V. Chifrine)

– der Gemeindekämmerer V. Slutskiy (oder Stellvertreter M. Privorozki)

– die Buchhalterin G. Vinokur.

Die Revisionskommission nahm Einsicht in die Protokolle der Sitzungen des Repräsentantenausschusses (Vorsitzender I. Grinberg) und des Vorstandes.

Die Finanz- und Haushaltsprüfung der Gemeinde wurde nach folgender Einteilung durchgeführt:

  • Finanzierungsquellen für die Tätigkeit der Gemeinde, Haushaltsplan und dessen Erfüllung
  • Bank- und Kassenbewegungen, buchhalterische Dokumentation, Jahresbilanz für 2013
  • Stellenplan
  • Wirtschaftsprüfungsbericht für das Jahr 2013 der Fa. Dr. Weilep Revisionsgesellschaft mbH aus Celle
  • Immobilien und Ausgaben für Unterhaltung und Reparatur der Objekte
  • Anzahl der Gemeindemitglieder und Mitgliederbeiträge und deren Berücksichtigung

Durch die Prüfung wurde festgestellt:

Der Haushaltsplan mit Einnahmen und Ausgaben für 2013 wurde vom Vorstand zusammen mit der Haushaltskommission ausgearbeitet (Herr Privorozki, Herr Chifrine, Herr Slutskiy, Herr Shupp und Frau Vinokur). Der Haushaltsplan ist von der Repräsentantenversammlung am 07.10.2012 bestätigt worden (22. Sitzung des Repräsentantenausschusses). Der Haushaltsplan wurde unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Haushalts in der 29. Sitzung des Repräsentantenausschusses korrigiert (20.10.2013). Im Haushaltsplan sind planmäßige Zuwendungen von staatlichen Einrichtungen sowie eigene Einkünfte der Gemeinde berücksichtigt. Die Aktivitäten der Gemeinde wurden in Übereinstimmung mit dem Haushaltsplan finanziert. Der Zweck der Mittelverwendung ist im Haushaltsplan definiert. Auf Basis des Haushaltsplans arbeitete der Vorstand monatlich einen Plan konkreter Veranstaltungen und Maßnahmen aus, mit denen die religiöse, soziale, kulturelle und integrative Tätigkeit der Gemeinde gewährleistet wurde.

Die Termine der Veranstaltungen können eingesehen werden; sie werden am schwarzen Brett ausgehängt und auf der Homepage der Gemeinde angezeigt.

Im Jahr 2013 betrugen die Zuwendungen und Einkünfte 673.900 Euro, davon:

-Finanzierung entsprechend dem Staatsvertrag, einschl. Zuschuss des Landesverbandes für die Religionstätigkeit 381.000 €
-Auflösung der Rücklage für Thorakauf einschl. neue Spendeneinnahmen 24.000 €
-Aus Vermietung der Immobilien 95.600 €
-Mitgliederbeiträgen 8.300 €
-Zinsen 500 €
-Spenden (außer für Thorakauf) 1.200 €
-Aufgenommenes Darlehen (geplant im Haushaltsjahr 2012, erhalten erst im Februar 2013) 150.000 €
-weitere Einkünfte 13.300 €

Die Ausgaben der Jüdischen Gemeinde zu Halle betrugen im Jahr 2012 – 531.800 Euro, davon als Beispiele:

für Unterhaltung, Instandsetzung und Reparatur von Immobilien, einschl. Wasser/Strom/Gas, Versicherungen und alle Abgaben 101.600 €
für den Erwerb von Inventar und Arbeitsmittel 7.200 €
für juristischen Beistand, Wirtschaftsprüfung, Kontoführung, Buchführung etc. 22.700 €

Daher betrug der jährliche Überschuss de facto 142.100 Euro bei einem geplanten Überschuss von 123.700 €. Dieser Überschuss – genauso wie die Unterdeckung im Haushaltsjahr 2012 – resultiert sich aus einem Bankdarlehen i. H. v. 150.000 €. Die Gesamtsumme wurde nach Beschluss des Repräsentantenausschusses der Rücklage Eigenmittel zugefügt. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt innerhalb von insgesamt 5 Jahren und wird im Jahre 2018 abgeschlossen. Die Entscheidung über die Kreditaufnahme wurde vom Repräsentantenausschuss bereits im Jahre 2012 getroffen.

Die Ausgaben betrugen entsprechen der Hauptrichtungen der Tätigkeiten im Jahr 2013

Öffentlichkeitsarbeit 43.900 € oder 8,3%
Religiöse Arbeit 182.300 € oder 34,3% (davon neue Thorarolle) 20.000 €
Kinder- und Jugendarbeit 118.500 € oder 22,3%
Seniorenarbeit 65.500 € oder 12,3%
Soziale Betreuung 45.200 € oder 8,5%
Verwaltungsausgaben 76.400 € oder 14,4%

Die Abrechnung erfolgt nach einem vom Wirtschaftsprüfer vorgeschlagenen Schema.

Die Kommission führte eine vollständige Prüfung aller Eingangs- und Ausgangsbewegungen durch die Banken oder Kassen durch und prüfte die Ausgabebelege für den Erwerb von Verbrauchsmaterialien, Lebensmitteln u.s.w. Jede Bank- oder Kassenbewegung verfügt über eine Bestätigung in den Unterlagen, die Schlussfolgerungen über das Ziel der Mittelverwendung zulässt. Kassen- und Bankabrechnungen werden monatlich erstellt. Die Einnahmen- und Ausgabennachweise sind vom Vorsitzenden der Gemeinde, dem Kämmerer und der Buchhalterin unterschrieben.

Die Einnahmen aus dem Deutschunterricht, Mitgliederbeiträge, Verkauf von koscheren Lebensmitteln (Matza, Wein), Eintrittskarten, Zuzahlungen für Ausflüge und Ferienlager und andere Veranstaltungen werden über die Kasse gebucht.

Der Restbestand in der Kasse betrug zum 01.01.2014 betrug 3.641,21 €, auf allen Bankkonten – 203.876,18 €. Beim Landesverband Jüdischer Gemeinden wird ein Treuhandvermögen für Mitgliedsgemeinden geführt. Der Anteil der Jüdischen Gemeinde Halle betrug zum 31.12.2013 – 115.611,25 €. Außerdem stehen der Jüdischen Gemeinde Halle Nachzahlungen aus den Haushaltsjahren 2009, 2010, 2011 und 2012 zu. Das Begleichen dieser Verbindlichkeiten wird allerdings mehrere Monate in Anspruch nehmen, da die Synagogengemeinde Halle, e.V., die Rückzahlungen an den Landesverband verweigert. Die Vollstreckungsmaßnahmen gegen die Synagogengemeinde Halle, e.V., laufen. Es ist wahrscheinlich, dass die Jüdische Gemeinde Halle auch für die Haushaltsjahre 2006, 2007, 2008, 2013 und 2014 Nachzahlungsansprüche aus dem Staatsvertrag haben wird. Die endgültige Mittelverteilung angesichts laufender Gerichtsprozesse gegen die Synagogengemeinde Halle, e.V., war bis jetzt nicht möglich.

Die Jahresbilanz wurde von der Firma Fuchs & Partner GmbH erstellt.

In Übereinstimmung mit der Satzung bestand am 31.12.2013 auf Kosten der Gemeinde ein Personalapparat mit 4 Stellen:

Verwaltungsleiter 1 Stelle
Gemeinderabbiner 1/2 Stelle
Buchhalter 1 Stelle
IT-Service 1/2 Stelle
Sozial- und Betreuungsabteilung 1 Stelle

Bestimmte Arbeitsaufträge wurden ehrenamtlich von Gemeindemitgliedern erfüllt. Die Bezahlung erfolgte nach Vereinbarung. Mit ihnen wurden keine Arbeitsverträge abgeschlossen (oder die Bezahlung erfolgte nach kurzfristigen Verträgen). Für diese Mitarbeiter existieren Vereinbarungen über die Zahlung einer AWE. 

Zwei Mitarbeiter des Landesverbands – Frau Korenblum und Herr Tschernin – sind für die Gemeinde Halle tätig. Dafür gibt es eine Vertragsvereinbarung zwischen den beiden Körperschaften. Die Summe der Cofinanzierung dieser Arbeitsplätze betrug im Jahr 2013 15.000 €.

Der Buchwert der Immobilien der Gemeinde betrug zum 31.12.2013 662.007,60 €. Der unbefriedigende Zustand des Gebäudes auf dem zurzeit genutzten Friedhof Dessauer Str. 24, hat sich nicht geändert. Die übrigen Gebäude befinden sich in normalem Zustand. Bei Bedarf werden aktuell anfallende Reparaturarbeiten durchgeführt. Außerdem wurden manche Arbeiten aus den Mitteln des Ministeriums des Inneren finanziert. Im Jahre 2013 erfolgte die Rückübertragung des Grundstücks in der Willhelm-Külz-Str. Auf diesem Grundstück befand sich der älteste jüdische Friedhof in Halle. Für die zukünftige Nutzung des Objektes gibt es bis jetzt keine langfristigen Pläne.

Zum 31. Dezember 2013 führte die Kommission eine Inventur in allen dienstlichen Räumen der Gemeinde durch. Der Bestand stimmt mit der Inventurliste überein.

Zum 09. November 2014 betrug die Zahl der Gemeindemitglieder 589 Personen (10 weniger als bei der vorjährigen Versammlung), von denen 98 Personen aufgrund ihres Alters von der Beitragszahlung befreit sind (Kinder, Jugendliche). 86 Gemeindemitglieder zahlen seit einem Jahr oder länger keine Mitgliederbeiträge. 405 Personen zahlten die Mitgliederbeiträge.

Die Mitgliederliste wird in Übereinstimmung mit der Gemeindesatzung in elektronischer Form geführt (Satzung II §2 (5)).

Bei der Analyse der Erfüllung des Haushaltsplans für den betrachteten Zeitraum gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass der Repräsentantenausschuss (Vorsitzender I. Grinberg) und der Vorstand bei der Verwaltung des Gemeindebesitzes und der Organisation der jeweils anstehenden Arbeit das Prinzip der Sparsamkeit bei den Ausgaben beachten. Die Buchführung ermöglicht alle Bank- und Kassenbewegungen zu kontrollieren. Für die Mitgliederbeiträge wird ein Verzeichnis geführt.

Die Kommission empfiehlt der Mitgliederversammlung die Arbeit des Repräsentantenausschusses und des Vorstandes fürs Jahr 2013 als zufriedenstellend (im Sinne von § 6 Abs. 1 (6) der Hauptsatzung – Entlastung des Vorstandes) zu bewerten.

 

Monatsplan

  • 18. Oktober 2017 10:00Deutschunterricht für Senioren
  • 21. Oktober 2017 9:30Schabbath G'ttesdienst
  • 22. Oktober 2017 10:00Sprechstunden Sozialabteilung - Hr. E. Tschernin
  • 22. Oktober 2017 10:00Anni-Lewinski-Unger Bibliothek
AEC v1.0.4

Jüdischer Kalender

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