Erklärung des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt zum Auftritt der ehemaligen MdB Annette Groth in Magdeburg am 13. Oktober 2018

Unter dem Titel „Umdefinition des Antisemitismus?“ bewirbt der Deutsche Freidenker-Verband e.V. eine von Frau Groth angestoßene „Diskussion“ in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Gleich in ihrer Einleitung beklagt die Referentin die Beschlüsse in einigen Bundesländern und Städten, der antisemitischen BDS-Bewegung keinen Platz zu geben.

Die Position von Annette Groth bezüglich des Staates Israel ist nicht neu: Sei es die „Free Gaza“-Bewegung oder die „Toilettenaffäre“ im Bundestag, die ehemalige Bundestagsabgeordnete der LINKEN ist immer dabei. Die von ihr verbreiteten Thesen zeigen erneut, dass die Verschwörungstheoretiker auf beiden Seiten des politischen Spektrums in Bezug auf den Israelhass ganz nah zueinander stehen. Die Unterstützung von antidemokratischen, autoritären Regierungen, wildem Antiamerikanismus sowie diversen realitätsverfälschenden „Märchen“ vereinen diese Gruppen, die sich aufgrund ihrer Ansichten eigentlich gegenüber stehen sollten.

Das Hauptproblem ist nicht der Antisemitismus selbst, sondern die Reaktion, oder besser gesagt Gegenreaktion, der Öffentlichkeit, der betroffenen Religionsgemeinschaft, der betroffenen Partei oder der betroffenen Gremien auf antisemitische Erscheinungen in den eigenen Reihen. Diese Reaktion, sofern es sie überhaupt gibt, ist in den meisten Fällen unzureichend.

Die zum Auftritt von Annette Groth verfasste Erklärung der Landtagsfraktion DIE LINKE zeigt beispielhaft, wie die Reaktion auf solche Erscheinungen in der eigenen Partei sein sollte. Der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt begrüßt die eindeutige Distanzierung der Partei DIE LINKE in unserem Bundesland von der „Umdefinition des Antisemitismus“ à la Frau Groth.

Egal, ob Frau Groth den Begriff „Antisemitismus“ umdefiniert oder nicht, er bleibt bis dato an ihren Handlungen haften.

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1948. Die Ausstellung: 08.-20. Oktober 2018 im​ Juridicum, Universitätsplatz 5, 06108 Halle

Wie kein anderer Staat sieht Israel sich mit einem Informationskrieg konfrontiert und mit Vorwürfen, die in den allermeisten Fällen nicht der Wahrheit entsprechen, sondern plumpe Propaganda sind.

Aber Propaganda muss nichts beweisen. Propaganda will stören und zerstören. Die antiisraelische Propaganda wird befeuert von einem teilweise fundamentalistischen, generell antidemokratischen und antiwestlichen Geist. Im Kern geht es um die Verbreitung von historischen Verzerrungen im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels.

Kann man so hinnehmen wie vieles andere auch. Muss man aber nicht. 2018 feiert Israel seinen 70. Unabhängigkeitstag. Anlass genug, die geschichtliche Wahrheit zurückzuholen. Mit einer fundierten, bundesweit geplanten Ausstellung unter dem Titel 1948. Die Ausstellung.

Sie zeigt mit historischer Gründlichkeit, was im Mainstream untergeht: wie Israel wirklich entstand. Und entlarvt eine der absurdesten Propaganda-Kampagnen der Neuzeit.

Die Ausstellung zeigt:

ž wie vor 100 Jahren aus Sumpf und Wüste fruchtbares Land wurde

ž welche fanatischen Gegner zu Hass und Zerstörung aufriefen

ž warum der Zionismus entstand

ž wie der junge Staat Israel sich gegen den Angriff der arabischen Staaten wehrte

ž wie die Zeit der Staatsgründung bis heute nachwirkt

ž und noch mehr.

​Die Eröffnung am 8. Oktober um 18 Uhr.

Die Begleitveranstaltung am 16. Oktober um 19 Uhr im Melanchthonianum, Universitätsplatz 8/9, 06108 Halle: mit Karl Pfeifer, der als 19-Jähriger für die Elite-Einheit „Palmach“ im israelischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hat und Alex Feuerherdt (Beiratsmitglied der Ausstellung „1948“, Journalist und Autor von „Vereinte Nationen gegen Israel„.

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Zu der von der AfD im Landtag initiierten Debatte über den Verein Miteinander e.V.

Stellungnahme des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden

Mit großer Verwunderung und Entsetzen haben wir die im Landtag laufende Diskussion über die angeblichen Verfehlungen in der Arbeit des Vereins Miteinander e. V. zur Kenntnis genommen.

Unsere Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem Miteinander e. V.  zeigt, dass in der Frage der Bekämpfung von antisemitischen Vorfällen und Tendenzen in unserem Bundesland der Verein stets aktiv Position bezogen hat. Dabei wurden alle Facetten von Antisemitismus und nicht nur seine rechtsradikale Komponente von den Vereinsmitgliedern auf entschiedenste zurückgewiesen.

Somit halten wir die Beschuldigung gegenüber Miteinander e. V., dass der Verein angeblich das Neutralitätsgebot missachtet und nur das rechte Parteispektrum anprangert, für unberechtigt.

Der Antisemitismus ist zu einem gemeinsamen Nenner geworden, der alle in anderen Fragen unversöhnlich gegenüberstehende radikale und demokratiefeindliche Richtungen zusammenbringt. Man kann wenige Gemeinsamkeiten zwischen Rechtsradikalen, Islamisten und Linksautonomen finden. Der Antisemitismus ist eine gemeinsame Indikation für sie alle. Sie alle hassen den Staat Israel, mögen – möglicherweise unter verschiedenen Aspekten – diverse Verschwörungstheorien.

Miteinander e. V. zeichnet sich gerade durch sein breites Spektrum aus. Die demokratischen Kräfte im Landtag sollten diese Eigenschaft des Vereins schätzen und seine für die Entwicklung der toleranten Gesellschaft wichtige Tätigkeit unterstützen und auf keinen Fall torpedieren.

Wir hoffen sehr, dass die demokratisch gewählten Landtagsabgeordneten ihre volle Energie der weiteren Entwicklung unseres Bundeslandes, dessen Infrastruktur und Zukunftsentfaltung widmen, anstatt sich mit unnötigen inhaltsleeren kurzsichtigen und daher gefährlichen Auseinandersetzungen beschäftigen.

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Monatsplan

  • 20. Oktober 2018 9:30Schabbath G'ttesdienst
  • 25. Oktober 2018 9:00Deutschunterricht
  • 25. Oktober 2018 10:00Komputerunterricht für Senioren
  • 26. Oktober 2018Kabbalath Schabbath; Beginn - nach Jüdischem Kalender
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