Der Schabbat

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Der Samstag oder Sabbat (hebräisch: Schabbat = Ruhen, Ruhetag; Plural: Schabbatot) ist der siebte Tag nach der Erschaffung der Welt, an dem G"tt von seinem Schöpfungswerk ruhte (Gen 2, 2).

In Erinnerung an das Ruhen Gottes und an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten besteht das Gebot, den Schabbat zu feiern (Ex 20, 11; Dtn 5, 12-15). Er beginnt am Freitagabend nach Einbruch der Dämmerung und endet am Samstagabend bei Dunkelheit (bzw. bei Erscheinen von drei Sternen). Traditionell gilt der Schabbat als Tag der Ruhe, des Studiums, der Freude und des Friedens. Besonderes Kennzeichen des Schabbats ist das Arbeitsverbot, das dazu dient, die Heiligkeit des Tages zu bewahren. Das Arbeitsverbot beschränkt sich nicht auf körperliche Anstrengung, sondern untersagt - im Bewusstsein, dass G"tt der alleinige Schöpfer ist - auch kreative Arbeit. So gehört zum Arbeitsverbot der persönlich-soziale (Ruhe des arbeitenden Menschen), aber auch der sozialethische Aspekt (Pflicht des Arbeitgebers, seinen Arbeitern Ruhe zu gönnen). Aus der Bibel werden 39 Kategorien von Arbeitsverboten mit entsprechenden Unterkategorien abgeleitet; hinzu kommen noch verschiedene rabbinische Verbote.

So wie das Arbeitsverbot soll auch die Begrenzung des sogenannten Schabbatweges, d.h. die zulässige Länge eines Spazierganges am Schabbat, auf etwa 2000 Ellen Länge freie Zeit schaffen für das Studium und für die Familie. Einzige Ausnahmen des Arbeitsverbotes sind lediglich Maßnahmen, die Lebensrettung in akuter Gefahr ermöglichen und die Versorgung von Haustieren sowie Vieh, das auf die Fürsorge des Menschen angewiesen ist.

Traditionell beginnt der Schabbat zu Hause mit dem Anzünden der Kerzen. Nach dem Besuch des Synagogeng"ttesdienstes findet er zu Hause seine Fortsetzung. Dort ist der Tisch gedeckt, zwei Laibe Brot (Challa, Plural Challot) liegen bereit (Ex 16, 22-26). Das Familienoberhaupt liest den Bibeltext mit einer Lobpreisung der Hausfrau (Spr 31) und spricht den Segen über die Kinder; ferner folgen der Kiddusch (Segen) über den Wein und nach dem Händewaschen der Segen über das Brot. Danach beginnt das Schabbatmahl, das mit den Benediktionen des Tischgebetes beendet wird.

Am nächsten Tage entfallen im sogenannten Amida-Gebet die Wochentagsbitten, denn am Schabbat sollen die Menschen nicht an Elend und Not erinnert werden; stattdessen werden Gebete zur Heiligung des Tages eingefügt, genauso wie zu Ehren des Schabbats besondere Kleidung getragen, Gang und Sprache gemessen und die Mahlzeiten schmackhafter als gewöhnlich sein sollen. Im Hauptg"ttesdienst am Samstagvormittag wird nach der Lesung des Wochenabschnittes aus der Tora noch das zusätzliche Mussaf-Gebet gebetet, dem eine zweite Kiddusch-Mahlzeit folgt. Der Tag klingt mit der Unterscheidungszeremonie Hawdala aus, bei der die "Königin Schabbat" verabschiedet und die neue Woche begrüßt wird.

Einige Schabbatot im Jahreskreislauf haben besondere Namen:

Schabbat Mewarchin - Schabbat vor dem Neumond

Schabbat Rosch Chodesch - der Schabbat, der auf den Neumond fällt

Schabbat Teschuwa - Schabbat zwischen Neujahr und Versöhnungstag

Schabbat Chol haMo'ed - Schabbat während der Pessach-oder Sukkot-Tage

Schabbat Chanukka - während des achttägigen Lichterfestes

Besondere Schabbatot vor Pessach

Schabbat Schira
Schabbat Schekalim
Schabbat Sachor
Schabbat Para
Schabbat HaChodesch
Schabbat HaGadol

Schabbatot um den 9. Aw

Schabbat Chason - Schabbat vor dem Fastentag 9. Aw - Tischa b'Aw

Schabbat Nachamu - Schabbat nach dem 9. Aw